Testbericht: SeaBird Expedition LV im Kajak-Magazin

Seabird Expedition LV - Ein strahlender neuer Stern am Seekajak-Himmel

von Norbert Heller für das Kajak-Magazin. Ausgabe 2/2017.

Das neue Seabird Expedition LV ist ein schnelles Seekajak, das auch größere Touren zu einem echten Vergnügen macht. Ich habe das Seekajak sechs Tage lang am Brombachsee und Chiemsee getestet.

Ausstattung

Die Ausstattung dieses kleinen Seekajaks ist umfangreich und anspruchsvoll, gut geeignet für eine echte Expedition. Hergestellt aus glattem, steifem, dreilagigem PE, ist das Boot mit einem Lenksystem, einem bequemen Sitz, vier Gepäckluken, Decks, Zugösen und schnell verstellbaren Fußrasten ausgestattet. Durch die große Sitzluke kann man sich leicht die Knie freimachen, und auch ein schneller Ausstieg beim Kentern während eines harten Surfens sollte kein Problem sein. Die verstellbaren Oberschenkelstützen funktionieren nur, wenn die Knie zusammengezogen sind (wie im Falle des Rennkajaks). In normaler Sitzposition liegen die Knie auf dem Rumpf, während die Oberschenkelauflagen keinen besonderen Zweck haben.

Fahreigenschaften

480 cm Länge sind nicht viel für ein Seekajak. Da es sich um ein 56 cm schmales, kleinvolumiges Boot handelt (laut Hersteller für einen Paddler zwischen 55 und 90 kg), sollte man auch mit hoher Geschwindigkeit rechnen. Dennoch überraschte mich mein erster Sprint (ich wiege 80 kg). Rotationstechnisch ziehe ich stark am Paddel, das Expedition LV beschleunigt schnell und gewinnt schließlich immer mehr an Geschwindigkeit. Ich kann die Geschwindigkeit erreichen, an die ich mit viel längeren Kajaks gewöhnt bin. Mit dem Expedition LV ist es möglich, mühelos und lange Zeit ein hohes Tempo zu halten. Mit diesem Kajak machen auch lange Strecken richtig Spaß!

Dies ermöglicht es auch schwächeren Paddlern, auf längeren Strecken zu konkurrieren, und leistungsstarke Paddler werden das reibungslos laufende Kajak zu schätzen wissen. Der Designer Ingvar Ankervik hat hier einiges geleistet. Ein länglicher Rumpf mit langer Wasserlinie und einem sehr spitzen Bogen sorgt für Geschwindigkeit. Außerdem das hochwertige, verwindungssteife, dreischichtige PE (keine Wellenbildung). Der Rumpf ist fast so glatt wie ein Laminatrumpf, und die Glätte ist dafür bekannt, den Wasserwiderstand zu verringern (er sieht übrigens sehr hochwertig aus). Ein niedriger Kielhub fördert auch die hohe Geschwindigkeit.

Aber wer glaubt, dass das Seabird Kajak wie auf Schienen mit einem solchen Kiel laufen würde, der irrt. Wenn ich das Boot hart auf die Außenkante lenke, passiert wenig, aber mit etwas Verzögerung geht das Expedition LV bereitwillig in die Kurve. Es ist kein Spielboot, sollte es auch nicht sein, und es ist angenehm agil für ein so schlankes Kajak und bereitet auch viel Spaß beim Kurvenfahren. Das Kajak kann bei Seitenwind ohne Verwendung der Steuerung leicht auf Kurs gehalten werden. Bei Seitenwind und Wellen lässt sich das Kajak von Fortgeschrittenen noch ohne Lenkung navigieren; Anfänger sollten das Steuerungssystem benutzen.

Kippsicherheit: Viele Speedkajaks überfordern den Paddler durch einen kipplige Konstruktion.

Dies ist bei der Expedition LV nicht der Fall. Trotz eines schlanken Rumpfes und eines durchschnittlichen Kielsprunges, der zu einer leicht erhöhten Sitzposition führt, sollten sich fortgeschrittene Paddler sicher fühlen. Was das Paddlergewicht betrifft, empfehle ich 80 bis 90 kg für Profis. Für Allround-Paddler sollten 55 bis 80 kg genau das Richtige sein.

Ich würde empfehlen die angegebenen 130 kg der Gesamtlast nur in ruhigeren Gewässern auszureizen. Für expeditionsähnliche Reisen, z.B. um die Insel herum, würde ich lieber bei etwa 100 kg bleiben.

Fazit

Für einen relativ kleinen Betrag bekommt man ein schnelles Kajak, das einem sicher viel Freude bereitet und auch in kleinere Garagen passt. In Anbetracht der Tatsache, dass die Eigenschaften und die Ausrüstung des Seabird Expedition LV denen von teuren Laminat-Kajaks sehr nahe kommen, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis ausgezeichnet!

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